1. Juni 2026
Der Shanghai-Saal des Yu Gardens war am frühen Abend des 29. Mai gut gefüllt und es wurde viel geboten. Bereits vor Beginn der Veranstaltung bot ein Sektempfang auf dem sonnigen Balkon Gelegenheit zu Kennenlernen und Austausch. Durch das Programm führte mit Charme und spannenden Anekdoten Alina Kurowski, Kulturreferentin des Konfuzius-Institut Hamburg. Schon bei den Begrüßungsreden wurde deutlich, dass viele Menschen lebendige Botschafter dieser Zeitreise sind.
Jin Songbao, stellvertretender Generalkonsul der Volksrepublik China in Hamburg, begrüßte die Gäste mit einer auf Deutsch gehaltenen Rede. Alle Achtung! Manche Gäste erinnerten sich daran, dass er zu Beginn seiner Amtszeit in Hamburg nur wenige Worte beherrschte. Mithilfe von Fotos, Filmen und Büchern zusammen auf die Vergangenheit zurückzublicken, um über die Gegenwart ins Gespräch zu kommen, das sei etwas ganz besonderes, so Jin. Der Konsul wies auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Hamburg und Shanghai hin. Beide sind Hafenstädte. Beide sind offen und tolerant. Ihre Partnerschaft ist ein lebendiges Beispiel für die kommunale Zusammenarbeit von Menschen und Institutionen. Wichtig sind das gegenseitige Verständnis, Respekt und Vertäuen. Das heue vorgestellte Buch und die Veranstaltung bauen genau solche Brücken der Verständigung. Die chinesisch-deutsche Verständigung brauche nicht nur große Kooperationsprojekte, sondern auch solche feinfühligen und herzlichen Begegnungen auf kulturelle Ebene, so Jin.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Videobotschaft von Dr. Klaus von Dohnanyi. Als Erster Bürgermeister Hamburgs von 1981 bis 1988 war er maßgeblich an der Entstehung der Städtepartnerschaft beteiligt. In seiner Botschaft blickte er auf die Anfänge der Zusammenarbeit zurück. Auch dies eine Zeitreise: von Dohnanyi erinnerte an die damaligen Rahmenbedingungen, die ersten Begegnungen mit Shanghai. Er blickte jedoch auch besorgt auf die zukünftige Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Städten, auf die Zukunft unserer Welt. Mehr internationale Zusammenarbeit sei notwendig, um die drohenden Probleme zu lösen.
Tim Rohweder, Regionalexperte Greater China der Handelskammer Hamburg und Präsident der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft berichtete anschaulich von seinen langen und tiefen Chinaerfahrungen, von den tiefgreifenden Veränderungen des Landes. Rohweder ist ein ausgesprochener Chinaexperte und lebte mehrere Jahre im Reich der Mitte. Von 2002 bis 2003 studierte er in Chengdu und arbeitete drei Jahre in China für die Deutsche Außenhandelskammer. Rohweder zeigte sich beindruckt von den tiefgreifenden Veränderungen des Landes. Wichtige Bindeglieder zu China seien die Chinavereine. So lud der Präsident der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft dazu ein, das vielfältige Vereinsleben und die Veranstaltungen der Gesellschaft kennenzulernen.
Qiuyi Chen, der Betreiber des überregional bekannten Yu-Garten-Restaurants und Präsident der Hamburger Chinagesellschaft, wies auf die verbindende Kultur der Essens hin. Doch der Yu Garten ist weit mehr. Es ist ein Platz der Kultur, der menschlichen Begegnung, des direkten Austauschs. Dies unterstützt auch die Hamburger Chinagesellschaft, die ebenfalls zu Veranstaltungen einlädt.
Johann Stooss von der Geschäftsführung des Yu Gartens wies in seiner Rede auf den verbindenden Charakter dieses unverwechselbaren Orts hin. Hier gibt es vielfältige Veranstaltungen, und zum 40-jährigen Jubiläum der Partnerschaft Hamburg-Shanghai dürften noch weitere spannende Begegnungen im Yu Garten folgen.
Der Yu Garten ist das schöne und imposante Symbol der Städtepartnerschaft Shanghai-Hamburg. Es folgte wieder eine Zeitreise. Andreas Schubert, der als Architekt den Bau des Yu-Gartens koordinierte, berichtete mit vielen Fotos anschaulich vom Bau des Gartens und seinen Anfängen. Besonders spannend waren seine Geschichten über die chinesischen Facharbeiter, die diese in Europa eher unbekannten Bautechniken durchführten.
Besonders eindrucksvoll war seine Schilderung der engen Zusammenarbeit zwischen Hamburger und Shanghaier Partnern während der Bauphase. Dabei machte er deutlich, dass der Yu Garten nicht nur heute ein sichtbares Symbol der Städtepartnerschaft ist, sondern bereits seine Entstehung ein gelungenes Beispiel dafür war, was durch gegenseitiges Vertrauen, Austausch und Zusammenarbeit zwischen beiden Städten erreicht werden kann.
Es folgte der inhaltlichen Schwerpunkt des Abends: der Vortrag von Dr. Peter-Alexander Möller. Zunächst berichtete er in unterhaltsamem Plauderton von der unglaublichen Lebensgeschichte seines Großvaters Ludwig E. Möller. Sein Buch „Kulturverstehen“ berichtete davon. Die Grundlage des Buchs bilden 112 Fotografien, die sein Großvater in den 1930er-Jahren in Shanghai aufgenommen hatte. Anhand ausgewählter Aufnahmen gab Möller faszinierende Einblicke in das damalige Leben der Stadt und zeigte, wie sich Shanghai innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer der bedeutendsten Metropolen der Welt entwickelt hat.
Ergänzt wurde der Vortrag durch die Präsentation des Fotoprojekts „Shanghai: 1930s and Today – A Photographic Dialogue Across Time“, das in Zusammenarbeit mit der Fudan-Universität entstanden ist. Durch die Gegenüberstellung historischer Fotografien und aktueller Ansichten derselben Orte wurde die beeindruckende und rasante Entwicklung Shanghais besonders anschaulich.
Am Experimentieren hat der Autor offensichtlich Freude. Durch KI bekamen einige Fotos Farbe. Andere Fotos kamen durch KI in Bewegung. Zudem zeigte Peter-Alexander Möller kleine Original-Filmsequenzen.
Auch ein botanisches Rätsel löste Möller. Er sammelte Blätter von Hamburgs ältester Platane, der sogenannten Lehmann-Platane. Im Konfuzius-Institut wurden diese Blätter künstlerisch gestaltet und anschließend rund um den Yu Garten verteilt. Dort sind sie zu finden, und wer ein Foto eines Blatts in den sozialen Medien teilt, kann an einem Gewinnspiel teilnehmen. Zu gewinnen gibt es ein Restaurantgutschein im Wert von 150. Euro für das Yu-Garten-Restaurant.
Der Abend bot viele Zeiteisen, viele Anregungen, die im Yu-Garten-Restaurant fortgesetzt wurden. Dort war der Teepavillon reserviert, eine der vielen schönen Orte des Yu Gartens.
Links
Peter-Alexander Möller. KULTURVERSTEHEN
VIDEO. Mona Li – Guzheng
VIDEO. Videobotschaft von Dr. Klaus von Dohnanyi
VIDEO. Mona Li – Guzheng
VIDEO. 2026-05-29 Peter-Alexander Möller. Kultur Verstehen - Einführung in den Abend
Konfuzius Institut Hamburg
Yu Garten Restaurant
Fotos: © Thomas Kiefer
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
Best AI Website Maker