April 2026
Sichuan, „Vier Flüsse“) ist mit Chengdu (oder Tschengdu), als Hauptstadt. Sichuan ist in China poetisch auch als „Land des Überflusses“ oder „paradiesisches Land“ bekannt. Die Provinz hat etwa 84 Millionen Einwohner und eine Fläche von 485.000 km2. Landschaftlich ist die Provinz sehr reizvoll und bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten
Sichuan liegt östlich des tibetischen Hochplateaus am Oberlauf des Jangtsekiang. Den Kern der Provinz bildet das Rote Becken, eine fruchtbare, von Gebirgen umgebene Ebene. Der Westen wird von Hochgebirgsketten wie dem Daxue Shan beherrscht, das mit dem Gongga Shan (7556 m) die höchste Erhebung der Provinz hat. Nach Norden wird das Becken vom Qinling-Gebirge abgeschlossen, das bis in die 4000er geht. Richtung Süden und Südosten liegt das Dalou-Gebirge mit Gipfeln um die 2000 Meter.
Der Jangtsekiang ist der größte und wasserreichste Fluss, der Sichuan durchquert. Sein Verlauf bildet den Großteil der West- und Südgrenze der Provinz, wobei er noch bis Yibin den Namen Jinsha Jiang trägt. In Sichuan nimmt er vier Zuflüsse auf, die der Provinz ihren Namen gaben. Diese vier Flüsse sind der Min Jiang, Tuo Jiang, Jialing Jiang und Wu Jiang. Vorher hat er bereits bei Panzhihua den Yalong Jiang aufgenommen.
Die vielfältige Landschaftsformationen und das unterschiedliche Klima haben für eine reichhaltige Pflanzenwelt günstige Bedingungen geschaffen. Die Provinz verfügt über 7,5 Millionen ha Wald. Ein Fünftel der sogenannten „lebenden Fossilien“ Chinas wie der Urweltmammutbaum und der Taubenbaum sind in Sichuan endemisch. Der Panda, eines der nationalen Symbole Chinas, ist in vier Gebirgen Sichuans heimisch und wird in Schutzzonen besonders gehegt. Das bedeutendste Naturschutzgebiet ist das Wolong-Reservat.
Geschichte
Seit der Shang-Dynastie existierten in Sichuan Siedlungen, aus denen sich im 9. Jahrhundert v. Chr. die Königreiche Shu und Ba entwickelten, bis sie 316 v. Chr. vom aufstrebenden Reich der Qin annektiert wurden. Ein archäologischer Fundort für das Reich Shu liegt im Dorf Sanxingdui. Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde mit der Errichtung des Bewässerungssystems von Dujiangyan eine wichtige Grundlage für den agrarischen Reichtum der Provinz gelegt.
Als der Aufstand der Gelben Turbane das Ende der Han-Dynastie einläutete, errichtete Zhang Lu von 186 bis 216 in Sichuan und Süd-Shaanxi eine daoistische Theokratie, die auf den Lehren seines Großvaters Zhang Daoling beruhte. Im Zerfall des Reichs der Han gründete Liu Bei 221 Shu-Han, eines der Drei Reiche, die für die folgende Periode namensgebend waren.
In den frühen 1930er Jahren waren bereits die nördlichen Teile Sichuans kommunistisch kontrolliert. 1935 führte die Route des Langen Marsches durch Sichuan; dabei war die Erstürmung der Brücke von Luding eine der gewagtesten Aktionen. Nach der Eroberung von Wuhan durch die Japaner verlegten die Nationalisten unter Chiang Kai-shek 1938 ihr Hauptquartier nach Chongqing.
1949 wurde nach Ausrufung der VR China das Südwest-Büro unter der Führung des gebürtigen Sichuanesen Deng Xiaoping eingerichtet, um die Herrschaft der KPCh in dieser Region aufzubauen. Im Dezember 1949 eroberten die Kommunisten mit Chongqing den letzten Festlandsstützpunkt der KMT.1997 wurde das im Osten gelegene Gebiet um die Stadt Chongqing von Sichuan abgetrennt und als regierungsunmittelbare Stadt direkt der chinesischen Zentralregierung unterstellt.
Zahlreiche UNESCO-Welterbe-Sehenswüedigkeiten
Es gibt viel zu sehen und zu erleben in Sichuan. Es empfiehlt sich auch dazu die regionalen Internetseiten zu studieren, auf denen Feste und viele weitere touristisch interessante Themen aktuell aufgeführt sind, die nicht im Reiseführer stehen. Doch zu den Highlights hier die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes bzw. Weltnaturerbes mit einmaligen Kultur- und Landschaftsperlen:
Jiuzhaigou – 九寨沟: Ein 440 km nördlich von Chengdu gelegenes Naturschutzgebiet, das Wasserfälle und Minderheitenkultur zu bieten hat.
Huanglong – 黄龙.
Emei Shan – 峨眉山: Der Emei Shan liegt 165 km südwestlich von Chengdu. Es ist einer der vier dem chinesischen Buddhismus heiligen Berge. Der Legende nach soll der Bodhisattva Samantabhadra auf dem Emei Shan gelehrt haben. Der Berg ist mit Tempeln übersät und ein populäres Pilgerziel.
Großer Buddha von Leshan – 乐山大佛: Der Leshan-Buddha wurde zwischen 719 und 803 aus einer Felsklippe des Min-Flusses gemeißelt. Mit einer Höhe von 71 Metern ist er die größte sitzende Buddhastatue weltweit.
Qingcheng Shan – 青城山
Dujiangyan – 都江堰 Schutzgebiete des Großen Panda in Sichuan – 四川大熊猫栖息地 – 9245 km² mit 5271 km² Pufferzone umfassende Schutzgebiete für den Großen Panda.
Die Landschaften, die historischen Städten und die Menschen in Sichuan sind immer noch zauberhaft, das vielfältige Essen köstlich. Doch auch diese Provinz machte einen großen Sprung in die Moderne. Der die frühere bittere Armut kennt, trauert nicht der alten Zeit nach, sondern ist beeindruckt von der Entwicklung. Dies kann auch in den unten verlinkten Fotos unserer Seidenstraße Reise aus dem Jahr 1989 gesehen werden.
Links
Sichuan
Provinzregierung Sichuan
1989 China 35 - Wuhan, Drei Schluchten
1989 China 36 - Drei Schluchten
1989 China 37 - Emeishan, Leshan
Foto: Füße des Großer Buddha von Leshan © Thomas Kiefer 1989
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
No Code Website Builder