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Great Wall Motor Company Limited 长城汽车

April 2026

Great Wall Motor Company Limited (GWM) , hat Hauptsitz in Baoding, Provinz Hebei, China. Der Konzern produziert hauptsächlich Geländewagen (SUVs), Pick-ups und Lkw. Mit 1.323.672 weltweit verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025 gehört GWM zu den zehn größten chinesischen Automobilherstellern.

GWM wurde 1984 als kleiner, teilstaatlicher Hersteller in Hebei gegründet. Wei Jianjun, der heutige Vorstandsvorsitzende, wurde 1990 zum Geschäftsführer ernannt und entwickelte das Unternehmen zu einem der führenden Pick-up-Truck-Hersteller Chinas. 1998 wurde GWM privatisiert und ging 2003 Hongkong an die Börse.

Das Unternehmen produziert und vertreibt Fahrzeuge unter verschiedenen Marken, darunter GWM, Haval, Wey, Tank, Poer und Ora . Neben Automobilen stellt es auch Tourenmotorräder der Marke Souo her. Seit 2019 betreibt GWM zudem ein Joint Venture mit der BMW Group zur Produktion von elektrischen Mini-Fahrzeugen in China unter dem Namen Spotlight Automotive.

Gründung und Anfangsjahre

Great Wall ist einer der Gründergeschichten Chinas zu Beginn der Öffnungspoltik. Das Unternehmen begann als Reparaturwerkstatt für landwirtschaftliche Fahrzeuge und nannte sich Great Wall Repair Factory. Die Werkstatt wurde 1976 von Wei Deliang, dem Onkel des heutigen Vorsitzenden Wei Jianjun, in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung von Nandayuan gegründet. Ab 1984 produzierte die Werkstatt eigene Nutzfahrzeuge auf Basis des Beijing BJ212 , darunter kleine Lkw namens CC130 und einen großen Geländewagen, den CC513. Wei Deliang benannte das Unternehmen in Great Wall Industry Company um.

Nach ihrem Schulabschluss arbeitete Wei Jianjun kurz in einer Mikromotorenfabrik in Peking und später in einer Teppichfabrik. 1986 trat er in das Unternehmen seines Vaters, Wei Deyi, ein, das sich auf Metallbau, Wasserleitungen und Heizungsteile spezialisiert hatte. 1989 gründeten er und sein Vater Taihang Dongwei Automotive Suspension, ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Fahrzeugfederungen . Im selben Jahr verstarb Wei Deliang bei einem Autounfall.

Da die Great Wall Industry Company eine Genossenschaft war , ging das Unternehmen wieder in den Besitz der lokalen Gemeinde über. Zu dieser Zeit kämpfte das Unternehmen mit einem Mangel an Fachkräften und Schulden. Der Gemeinderat von Nandayuan suchte einen neuen Geschäftsführer. Der damals 26-jährige Wei Jianjun bewarb sich um die Stelle und sah darin eine Chance, seinen Interesse an Autos nachzugehen. Im Juli 1990 wurde er für fünf Jahre zum Geschäftsführer ernannt und verließ das Unternehmen seines Vaters.

Nach seinem Amtsantritt begann Wei Jianjun mit der Entwicklung von Pkw und eignete sich gemeinsam mit seinem Team autodidaktisch Kenntnisse im Automobilbau an. Bis 1993 produzierte Great Wall mehrere Modelle auf Basis bestehender Konstruktionen, darunter den Nissan Cedric (Y30) und den Toyota Crown (S130), die als CC1020 bzw. CC1020S bezeichnet wurden. Das Unternehmen entwickelte außerdem Varianten wie Kombis und Pickups. Zu den weiteren frühen Great-Wall-Modellen gehörten ein auf dem BJ212 basierender Pickup mit Doppelkabine (ebenfalls CC1020S genannt), ein auf dem BJ212 basierender Kombi, der CC6490, eine kleine Limousine namens Hawk CC6470 und ein Nachbau des Rolls-Royce Silver Spur.

Neue nationale Vorschriften zwangen Great Wall jedoch, die Produktion von Pkw-Limousinen Ende 1994 einzustellen. Wei Jianjun nutzte das globale Potenzial von Pickups und entwickelte ein Modell auf Basis des Toyota Hilux. 1996 brachte Great Wall den Great Wall Deer auf den Markt, der preislich wettbewerbsfähig war und als qualitativ hochwertig galt. Der Erfolg des Deer machte Great Wall zum führenden Pickup-Hersteller in China. Im Oktober 1997 wurden die ersten Great Wall Pickups in den Nahen Osten exportiert.

Privatisierung

1998 privatisierte die Lokalregierung das Unternehmen und gründete die Great Wall Motor Group Co. Ltd., an dem die Familie Wei zunächst 25 % hielt. Bis 2001 erhöhte sich der Anteil der Familie auf 56 %, während die Gemeinde Nandayuan die restlichen Anteile behielt. Great Wall erweiterte sein Pickup-Angebot um Modelle wie den Sailor und den SoCool und stieg mit den Modellen Safe , Sing und Pegasus in den SUV-Markt ein.

1999 geriet Great Wall in eine Lieferkettenkrise, als der einzige Motorenlieferant eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten Brilliance Auto einging und die Lieferungen an Great Wall dadurch eingeschränkt wurden. Um die Lieferkette zu sichern, gründete Wei Jianjun die Great Wall Internal Combustion Engine Company, an der er 51 % der Anteile hielt, und investierte in moderne Anlagen für die unabhängige Motorenproduktion. In den folgenden zwei Jahren gründete er durch Fusionen und Übernahmen über zehn Holdinggesellschaften zur Herstellung verschiedener Automobilteile.

Wang Fengying

Die Internationalisierung von Great Wall prägte stark die 1970 in Baoding geborene Wang Fengying. Wang trat 1991 im Alter von 21 Jahren in die Great Wall Motor ein. 2003 wurde sie Vorstandsvorsitzende (CEO) des Unternehmens. 2022 trat Wang als stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführerin von Great Wall Motor zurück. 2023 wechselte sie zu XPeng und wurde zur Präsidentin des Unternehmens ernannt.

Börsengang, Exporte und neue Marken

GWM war der erste private chinesische Automobilhersteller, der am 15. Dezember 2003 mit einem Börsengang an der Hongkonger Börse den Schritt in die Aktiengesellschaft wagte. Im Jahr 2006 brachte GWM den Haval CUV (ursprünglich Hover CUV) auf den Markt, der nach Asien, Russland und Südamerika exportiert wurde. Die Haval-Plattform diente auch als Basis für den Wingle Pickup, der sich auf den Exportmärkten großer Beliebtheit erfreute. Ebenfalls 2006 begann GWM mit dem Verkauf von Fahrzeugen in Europa und bot dort zunächst Kleintransporter an. Im September 2006 wurden erstmals 500 Haval CUVs nach Italien exportiert. Dies markierte den ersten Export einer größeren Anzahl von Fahrzeugen eines privaten chinesischen Automobilherstellers nach Europa. GWM-Produkte waren erstmals 2009 auf dem australischen Markt erhältlich. Im Jahr 2011 eröffnete GWM ein Werk in Bulgarien, in dem drei verschiedene Modelle aus Bausätzen montiert werden.

In dieser Zeit ähnelten die Pkw von GWM häufig Modellen anderer Hersteller. Zwischen 2006 und 2010 brachte GWM mehrere Modelle auf den Markt, darunter den Peri (der dem Fiat Panda ähnelte) und die Voleex-Serie (die Toyota- und Honda- Modellen ähnelte). Es folgten zahlreiche Rechtsstreitigkeiten um geistiges Eigentum mit unterschiedlichen Ergebnissen. In China wurde Fiats Klage gegen den Peri wegen unzureichender optischer Unterschiede abgewiesen, während in Italien der Verkauf des Peri verboten wurde. GWM verteidigte diese Vorgehensweise als notwendig, um mit der internationalen Konkurrenz mithalten zu können.

Am 28. September 2011 ging GWM erneut an die Börse, diesmal an der Shanghaier Börse , und fusionierte die Aktienportfolios der Familie Wei und der Gemeinde Nandayuan zu einem einzigen Investmentfonds. Dieser Börsengang legte den Grundstein für die heutige Unternehmensstruktur.

Haval

Mitten in der Produktion zahlreicher Nachahmerfahrzeuge stellte GWM auf der Guangzhou Auto Show 2010 den Haval H6 vor, der sich dadurch auszeichnete, dass er kein direktes Abbild eines anderen Modells war. Der Crossover-SUV entwickelte sich schnell zu GWMs größtem Erfolg und sprach mit seinem geräumigen Innenraum und der überdurchschnittlichen Verarbeitungsqualität den wachsenden Markt der chinesischen Mittelklassefamilien an. Er war landesweit erfolgreich, insbesondere in städtischen und Küstenregionen.] Seit seiner Markteinführung ist der H6 in China 103 Monate in Folge, also rund acht Jahre, Marktführer im SUV-Segment. Bis 2024 verkaufte GWM weltweit mehr als vier Millionen H6.

Mit dem Erfolg des Haval H6 erzielte GWM ein enormes Wachstum; der Nettogewinn versiebenfachte sich innerhalb von fünf Jahren. Als einer der ersten Automobilhersteller konzentrierte sich GWM vollständig auf das SUV-Segment, dessen Beliebtheit stetig zunahm. Diese Neuausrichtung markierte im März 2013 auch den Start der Marke Haval , die ausschließlich SUVs anbietet. Limousinen und Schrägheckmodelle wurden – mit Ausnahme des Voleex C30 , der bis 2016 produziert wurde – rasch aus dem Programm genommen. Diese Strategie erwies sich als äußerst erfolgreich: Bereits 2016 produzierte GWM erstmals über eine Million Fahrzeuge pro Jahr. Später führte das Unternehmen mehrere neue Haval-Modelle ein, die sowohl oberhalb als auch unterhalb des H6 positioniert waren. Bis 2018 gab es mindestens zehn Varianten des Haval H6.

Wey

Im April 2017 führte GWM mit Wey eine dritte Marke ein , benannt nach dem Familiennamen von Wei Jianjun. Als Premiummarke des Konzerns positioniert, bot Wey luxuriösere Crossover und SUVs als Haval an.

Ora Black Cat Elektroauto

Im Segment der Elektrofahrzeuge führte GWM über seine Batteriesparte seit 2012 Vorstudien zur Batterieproduktion durch. Im Oktober 2016 brachte das Unternehmen sein erstes Elektrofahrzeug, den Great Wall C30EV, auf den Markt. Um den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch der Unternehmensflotte in China zu senken, erwarb GWM 2017 eine 25-prozentige Beteiligung an Hebei Yujie Vehicle Industry, einem führenden Unternehmen im Markt für Elektrofahrzeuge mit niedriger Geschwindigkeit (LSEV). Aus dieser Kooperation ging Linktour Automobile hervor, das zunächst einige LSEVs zu Pkw umbaute. Der elektrische Crossover Linktour K-One wurde kurz darauf eingeführt, konnte sich jedoch nicht am Markt durchsetzen. 2019 geriet Linktour in finanzielle Schwierigkeiten, was zu Produktionsstopps und schließlich zur Insolvenz führte. Im Februar 2018 gliederte GWM seine Batteriesparte in den unabhängigen Batteriehersteller SVOLT Energy Technology Co., Ltd. (kurz: SVOLT) aus. GWM gründete 2018 außerdem seine eigene Elektrofahrzeugmarke Ora . Während das erste Modell, der Ora iQ , nur mäßigen Erfolg hatte, dominierte der Ora Black Cat (ursprünglich Ora R1) den Markt für kleine Elektroautos.

Globale Expansion

Im Jahr 2018 unterzeichnete GWM ein Joint-Venture-Abkommen mit BMW und gründete Spotlight Automotive zur Produktion des elektrischen Mini in China für den Weltmarkt.

In diesem Zeitraum investierte GWM in ausländische Märkte, um seine Produktionskapazitäten und den Absatz außerhalb Chinas auszubauen. Im Juni 2019 nahm das russische GWM-Werk im Industriepark Uzlovaya in Tula nach einer Bauzeit seit 2015 den Betrieb auf.

Im Januar 2020 vereinbarte GWM den Kauf eines von zwei Werken von General Motors India in Talegaon, Maharashtra, um in Indien Autos zu produzieren und zu verkaufen. Das Unternehmen nahm im Februar 2020 an der Auto Expo in Greater Noida teil . Geplant war eine Investition von 1 Milliarde US-Dollar und der Produktionsstart im Jahr 2021. Im Juli 2022 gab GWM die Investitionspläne in Indien jedoch aufgrund fehlender behördlicher Genehmigungen auf. Grund dafür war die ablehnende Haltung der indischen Regierung gegenüber chinesischen Investitionen im Zuge des andauernden chinesisch-indischen Grenzkonflikts.

Im Februar 2020 erzielte GWM eine Einigung mit General Motors über den Kauf des General-Motors- Werks in der thailändischen Provinz Rayong . Die Produktion wurde im ersten Quartal 2021 mit einer jährlichen Produktionskapazität von 80.000 Einheiten aufgenommen.

Im Jahr 2020 erfolgte das Rebranding von Great Wall Motor zu GWM. Im März 2021 gliederte GWM die Marke Tank aus , die zuvor eine Modellreihe der Marke Wey war. Fahrzeuge der Marke Tank sind SUVs mit Leiterrahmen, die auf der Tank-Plattform basieren.

Nach der Teilnahme an europäischen Automobilmessen wie der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2019 und 2021 eröffnete GWM im November 2021 seine Europazentrale in München , um den Abatz der Marken Wey und Ora in Europa zu steigern. Im Mai 2024 kündigte GWM die Schließung seiner Europazentrale zum 31. August 2024 aufgrund der geringen Absatzzahlen in der Region an. 2023 verkaufte das Unternehmen in Europa lediglich 6.300 Fahrzeuge, was 2 % des Auslandsabsatzes entsprach. GWM-Fahrzeuge werden weiterhin in Europa erhältlich sein, die europäischen Aktivitäten werden jedoch wieder von China aus gesteuert. Doch das GWM-Management läßt sich durch diesen und anderen Rückschritten ncht beirren. Das Unternehmen lerne daraus und schwierige Zeiten machen GWM nur noch stärker für die Zukunft.

Im November 2023 kündigte GWM eine Anpassung seiner Mehrmarkenstrategie für Exportmärkte an und nannte die neue Strategie „One GWM“. GWM wird als Dachmarke fungieren, während Marken wie Haval, Ora und Wey zu Submarken herabgestuft werden. Diese Anpassung führte in einigen Märkten zur Umbenennung des Ora Funky Cat in GWM Ora 03 und des Ora Next Cat in GWM Ora 07. Mitte 2024 begann GWM, den Haval-Schriftzug am Heck seiner Fahrzeuge durch ein „GWM“-Emblem zu ersetzen, beginnend mit dem Haval Jolion des Modelljahrs 2024 in Australien.

Im Januar 2026 stellte Great Wall Motor die Guiyuan-Plattform in seinem Werk in Baoding, Hebei, offiziell vor. Die Plattform verfolgt den Ansatz „Ein Fahrzeug, mehrere Antriebsarten“ und ist mit fünf Antriebstypen kompatibel: Plug-in-Hybrid , Hybrid, batterieelektrischer Antrieb, Brennstoffzelle und Verbrennungsmotor. Sie integriert die elektronische und elektrische Architektur Coffee EEA 4.0, das fahrzeuginterne KI-Betriebssystem, ein Dual-VLA-Großmodell und ein bionisches Bewegungssteuerungssystem.

Werke in China

Der Hauptsitz von GWM befindet sich in Baoding , Provinz Hebei . Ein Standort in Tianjin wurde 2011 in Betrieb genommen. Ein zweiter Standort in Baoding, im Kreis Xushui , nahm im Oktober 2013 seinen Betrieb auf.

Im November 2020 gab GWM die Fertigstellung seines Werks in Taizhou , Provinz Jiangsu , bekannt. Als erstes Produkt lief dort der Ora Good Cat vom Band. Das Werk in Taizhou, dessen Bau im November 2019 begann, ist GWMs achte Fahrzeugmontageanlage in China. Die Gesamtinvestition belief sich auf 8 Milliarden Yuan (1,22 Milliarden US-Dollar), die jährliche Kapazität auf 100.000 Fahrzeuge.

GWM betreibt jezt zehn Automobilwerke mit vollständiger Fertigung in China, drei Automobilwerke mit vollständiger Fertigung im Ausland in Thailand, Brasilien und Russland sowie mehrere Zerlegungswerke in Ländern wie Pakistan und Ecuador. Weitere Werke sind in Planung.

Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten begannen bereits 1998, doch erst 2010 begann das Unternehmen mit dem Bau eines Technologiezentrums in Baoding. Im Rahmen der Bemühungen um höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung. GWM möchte weltweit führende Forschungs- und Entwicklungs- sowie technische Kompetenzen erlangen.
Noch ist die Komponentenentwicklung von ausländischer technischer Unterstützung abhängig, und einige Teile werden ausländischen Zulieferer. GWM hat, Kooperationsvereinbarungen mit Firmen wie Autoliv , Delphi Automotive , BorgWarner , Robert Bosch GmbH , Brose, Ricardo plc , TRW Automotive und Valeo hinsichtlich spezifischer Teile wie Motoren, Getriebe, Türschlösser und Airbags.

Im Januar 2016 kündigte GWM die Gründung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Yokohama, Japan, als Teil einer Strategie für den Markteintritt in den japanischen Automobilmarkt an. Im Juni 2016 eröffnete das Unternehmen außerdem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bangalore, Indien.

Im Jahr 2021 eröffnete GWM nach Gründung des Joint Ventures mit der BMW Group ein Büro in München , gegenüber dem Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) der BMW Group. Ziel des CEO Qiao Xianghua war es, bis zu 300 Mitarbeiter im Bereich Design und Entwicklung für das deutsche Büro einzustellen. Diese Mitarbeiter sollten Dienstleistungen für BMW Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Management erbringen, darunter die vollständige Fahrzeugintegration, die Entwicklung von Fahrzeugkomponenten, die Entwicklung und Integration von Plattformen für elektronische Antriebssysteme, intelligentes Fahren und das Internet der Fahrzeuge. Zusätzlich errichtete EDAG ein weiteres Engineering-Gebäude am Frankfurter Ring 77.

Markenvielfalt

Anfang der 2010er-Jahre begann GWM, seine SUV-, Pkw- und Pick-up-Angebote unter den Markennamen Haval, Voleex und Wingle zu differenzieren. [ 48 ] 2013 wurde Haval eine eigenständige Marke, und die Marke Voleex wurde um 2016 eingestellt. Bis 2020 stellte GWM den Verkauf von Pkw unter der Marke Great Wall in bestimmten internationalen Märkten ein; alle SUVs trugen fortan den Namen Haval. Pick-ups, einschließlich des Nachfolgers des Great Wall Steed , wurden unter der Marke GWM vertrieben. [ 107 ] [ 108 ] Darüber hinaus führte GWM drei neue Marken ein: Wey im Jahr 2017 für Premiumfahrzeuge, Ora im Jahr 2018 für Elektrofahrzeuge und Tank im Jahr 2021 für luxuriöse Geländewagen. Anfang der 2020er-Jahre wurde Great Wall Commercial Vehicles zur Lkw-Produktion gegründet. 

GWM

Ursprünglich als Kernmarke von Great Wall Motor produzierte GWM verschiedene Fahrzeugtypen unter der Marke GWM. Im Laufe der Zeit wurde die Marke neu positioniert und konzentrierte sich fortan auf Pick-ups. GWM führte die Submarke Poer (ausgesprochen wie „Power“) ein, die für „Powerful, Off-road, Enjoyable, Reliable“ (leistungsstark, geländegängig, komfortabel und zuverlässig) steht. Modelle wie der GWM Poer P11 und der GWM Poer P12 sind in einigen ausländischen Märkten erhältlich.

Haval

Haval ist die SUV-Marke von GWM. Der Name Haval wurde erstmals für den Great Wall Haval CUV (anfangs als Hover romanisiert, später in Haval H3 umbenannt) verwendet, der im April 2005 eingeführt wurde. Im März 2013 wurde Haval von einer Produktlinie von GWM zu einer eigenständigen Marke ausgegliedert.

Wey

Wey ist die Luxusmarke von GWM und spezialisiert auf Crossover und SUVs. Sie wurde 2017 eingeführt und nach dem GWM-Vorsitzenden Wei Jianjun benannt.

Ora
Ora, in einigen Märkten außerhalb Chinas auch als GWM Ora bekannt, ist die Elektroautomarke von GWM. Die Marke wurde im August 2018 mit ihrem ersten Modell , dem Ora iQ, offiziell eingeführt und richtet sich an weibliche Konsumenten. Laut GWM steht Ora für „offen, zuverlässig und alternativ“ und ist gleichzeitig eine Hommage an den bedeutenden Mathematiker Leonhard Euler.

Tank

Tank, in einigen Märkten außerhalb Chinas auch als GWM Tank bekannt, ist die Luxus-Offroad-Marke von GWM. Ursprünglich eine Submarke von Wey, wurde Tank aufgrund seines deutlich abweichenden Designs und Markenversprechens eigenständig.

Changzheng

Changzheng ist ein Hersteller von schweren Lkw, der 1950 in Xingtai, Hebei , China, gegründet wurde. Er wurde am 10. Januar 2022 von Great Wall Motor übernommen.

Souo
GWM Souo Moto oder einfach Souo ist eine Luxusmotorradmarke, die 2024 gegründet wurde. Souo wurde als „Leidenschaftsprojekt“ von Wei Jianjun, dem Vorsitzenden von GWM, gegründet und produziert hauptsächlich Tourenmotorräder.

Confidence
Confidence ist die High-End-Luxusmarke von GWM. Die Markteinführung ist derzeit für 2026 geplant.

Sar
Sar Auto war eine 2021 gegründete Luxusmarke für Elektrofahrzeuge von GWM. Ihr erstes Modell war der Sar Mecha Dragon . Ursprünglich sollten elektrische Luxuslimousinen und SUVs produziert werden. Im März 2023 wurde die Marke Sar eingestellt, ohne dass ein einziges Fahrzeug verkauft worden war. Der Sar Mecha Dragon wurde unter der Marke Ora weitergeführt.

Spotlight Automotive - Joint Venture mit BMW

Im November 2019 gründeten GWM und die BMW Group ein Joint Venture zur Entwicklung und Produktion von batterieelektrischen Fahrzeugen der Marke Mini in China. Das Joint Venture trägt den Namen Spotlight Automotive Ltd. Zwischen 2020 und 2022 wurde ein Werk in Zhangjiagang, Provinz Jiangsu, errichtet. Das erste Serienfahrzeug, ein Mini Cooper SE (J01), lief am 14. Oktober 2023 vom Band.

GWM-Absatz

2010 - 415.779 Fahrzeuge
2015 - 871.315 Fahrzeuge
2020 - 1.111.598 Fahrzeuge
2025 - 1.323.672 Fahrzeuge

Exporte

2021 - 142.793 Fahrzeuge
2022 - 173.180 Fahrzeuge
2023 - 316.018 Fahrzeuge
2024 - 453.141 Fahrzeuge
2025 - 506.066 Fahrzeuge

2025: Absatzrekorde

Im Gesamtjahr 2025 verkaufte GWM insgesamt 1.323.672 Fahrzeuge, ein Plus von 7,33 % gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Sowohl der Absatz von Elektrofahrzeugen als auch die Exportmengen erreichten Rekordniveau. Die Auslieferungen von Elektrofahrzeugen stiegen auf 403.653 Einheiten, ein Plus von 25,44 % gegenüber dem Vorjahr, während die Exporte um 11,68 % auf 506.066 Einheiten zunahmen.

Great Wall Motor betreibt die fünf Hauptmarken: HAVAL, WEY, TANK, ORA und Great Wall Pickup. Betrachtet man die Markenperformance, verzeichnete ORA im Dezember das stärkste Wachstum im Vergleich zum Vorjahr mit einem Absatzplus von 71,6 % auf 8.134 Einheiten. Im Gesamtjahr betrachtet blieb die Performance von ORA jedoch unter Druck, da der Jahresabsatz gegenüber dem Vorjahr um 23,68 % auf 48.289 Einheiten sank.

WEY, die Premiummarke von Great Wall Motor, verzeichnete ebenfalls ein solides Wachstum. Der Jahresabsatz erreichte 101.954 Fahrzeuge, was einem deutlichen Anstieg von 86,29 % entspricht.
HAVAL verzeichnete im Jahr 2025 einen Absatz von 758.554 Einheiten, ein Plus von 7,41 % und ein Anteil von 57,31 % am Gesamtabsatz des Konzerns. 

TANK verzeichnete 2025 ein minimales Wachstum von 0,74 % im Vergleich zum Vorjahr und erreichte einen Gesamtabsatz von 232.713 Einheiten.

Great Wall Pickup setzte 2025 181.660 Einheiten ab.

Europastrategie
 
Die Rückschläge bei der Europastrategie waren für GWM Anlass großes zu planen. Der Konzern möchte hier bis 2029 bis zu 300.000 Fahrzeuge produzieret. Dafür sucht das Unternehmen derzeit einen Standorte. Der Schritt folgt dem Ziel, ab Mitte 2026 mindestens sieben neue Modelle oder Derivate in Europa einzuführen.

Teams von GWM prüfen Standorte in Spanien und Ungarn. Dies ist die erste Aktualisierung zu den Europa-Ambitionen seit 2023, als das Unternehmen laut dem damaligen Präsidenten Mu Feng mit der Standortsuche begonnen hatte. Nun erläutert GWM-International-Präsident Parker Shi die Fortschritte.

Die Modelloffensive umfasst Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, Vollhybride, Plug-in-Hybride und vollelektrische Modelle. Als erstes größeres Modell soll der Ora 5, ein kompaktes SUV, auf den Markt kommen. Die europäische Version wird für Mitte nächsten Jahres erwartet und soll durch unterschiedliche Antriebsvarianten breite Verbraucherschichten ansprechen.
Bei der Auswahl eines Produktionsstandorts spielen laut Shi zahlreiche Faktoren eine Rolle, darunter Arbeits- und Logistikkosten. Da Komponenten zunächst nach Europa verschifft und dort montiert werden müssten, sei die Kalkulation komplex.

Auch beobachtet Great Wall die Industriepolitik der EU, insbesondere mögliche Änderungen im Investitionsumfeld und bei Zöllen. „Alle Geschäftsmodelle müssen funktionieren“, betont Shi und warnt, dass die Investition langfristig sehr groß sei, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmten.

In Europa gingen die Neuzulassungen von Great Wall vergangenes Jahr zurück. Vor dem Hintergrund des Ziels, bis 2030 jährlich eine Million Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen sagt Shi: „Darum beschleunigen wir unsere Europastrategie.“ Und weiter: „Alles muss schneller gehen.“

Das Unternehmen sieht lau in Europa großes Potenzial für chinesische Marken über alle Antriebsarten hinweg. Das geplante lokale Werk soll deshalb Fahrzeuge vom klassischen Verbrenner bis zum Vollstromer produzieren.

Doch die Zeiten sind unsicher, die Konkurrenz groß. Great Wall ging jedoch schon wiederholt durch stürmische und kann daraus gestärkt hervor.

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Fotos: © Thomas Kiefer
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer

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