Hebei - 河北
Wiege der chinesischen Kultur

April 2026

Der Name Hebei ist aus hé (河 – „Fluss“) und běi (北 – „Norden“), zusammengesetzt, bedeudet „nördlich des Flusses“ und bezieht sich auf ihre Lage nördlich des Gelben Flusses (Huáng Hé). Das Provinzgebiet umschließt die beiden Millionenstädte Peking und Tianjin, die als regierungsunmittelbare Städte nicht zu Hebei gehören. Die Provint hat eine Fläche von 187.700 km² und eine Bevölkerung von etwa 75 Millionen.

Bergland macht etwa 35 % der Fläche aus, Hochebenen etwa 12 % und die Tiefebenen, das Hügelland sowie die Becken insgesamt etwa 50 %. Entlang der nördlichen Grenze zieht sich das Yan-Gebirge (Yanshan) dessen Gipfel über 1000 Meter Höhe erreichen. Hier befindet sich am östlichen Ende der Großen Mauer der Shanhaiguan, oder Shanhai-Pass, ein Übergang der Großen Mauer, der historisch von besonderer strategischer Bedeutung war und als „erster Pass unter dem Himmel“ (天下第一关) galt.

Im Nordwesten liegt die Zhangbei-Hochebene, die ein Teil des Plateaus der Inneren Mongolei ist und überwiegend aus ausgedehntem Weideland besteht. An der Westgrenze zur Nachbarprovinz Shanxi verläuft der Taihangshan (Taihang-Gebirge). An seinem nördlichen Rand befindet sich der Berg Xiaowutai (小五台山, Xiǎowǔtái Shān), der mit einer Höhe von 2882 Metern der höchste Gipfel der Provinz ist.

Geschichte von 450.000 Jahren

Die Ebenen von Hebei waren vor 450.000 Jahren die Heimat des Peking-Menschen, einer Unterart des Homo erectus. Auf dem Gebiet Hebeis finden sich sehr alte archäologische Spuren früher organisierter menschlicher Gemeinschaften. An der Fundstätte Nanzhuangtou wurden im Jahr 1986 archäologische Evidenzen für Hirseanbau (Kolbenhirse und Sorghumhirse) entdeckt, deren Alter auf ungefähr 10.000 bis 10.500 Jahre geschätzt wurde. Der Fundort Cishan (Stadt Wu’an) wurde namensgebend für die gleichnamige neolithische Kultur, die auf die Zeit zwischen 5400 und 5100 v. Chr. datiert wird. Hebei war zusammen mit den heutigen Provinzen Henan, Shanxi, Shandong und Jiangxi ein Zentrum der altchinesischen Shang-Dynastie (etwa 1750–1100 v. Chr.). Während der Zeit der streitenden Reiche (475 bis 221 v. Chr.) gehörte der Norden Hebeis zum Staat Yan und der Süden zu den Staaten Zhongshan, Zhao und Wei.

Während der Tang-Dynastie wurde die Verwaltungsgrenze am Gelben Fluss gezogen, womit der Ursprung des Provinznamens „Hebei“ (河北 – „nördlich des Flusses“) begründet war. Die mongolische Yuan-Dynastie unterstellte Hebei 960 direkt der Hauptstadt Dadu (heute Peking).

Während der späten Ming-Dynastie machte sich der Gelehrte Xu Guangqi um die Förderung des Nassreis-Anbaus in Hebei verdient. Die verbesserte Ernährungslage machte die später folgende Bevölkerungsexpansion während der Qing-Zeit erst möglich. Die Provinz der Qing-Dynastie (1644–1911), die nun einfach Zhili (直隸) hieß, wurde durch einen Vizekönig (直隸總督, Zhílì zŏngdū) regiert, der ab 1730 seinen Sitz in der Stadt Baoding hatte.

Nach der Xinhai-Revolution 1911 war Zhili die Heimatprovinz verschiedener Generale der Beiyang-Regierung. Im Zuge der Konsolidierung Chinas unter der Kuomintag 1928 erhielt die Provinz ihren heutigen Namen. Nach der Besetzung der Mandschurei 1931 und der Errichtung Mandschukuos 1932 wurde Hebei zu einer Pufferzone zwischen der Republik China und den von Japan besetzten nördlichen Nachbarprovinzen Rehe sowie Chahar. 1935 setzte die japanische Besatzungsmacht in Tongzhou einen aus kollaborierenden chinesischen Warlords gebildeten Autonomen Militärrat von Ost-Hebei ein. Nach dem Tongzhou-Zwischenfall 1937 besetzten japanische Truppen bis 1945 Hebei und Peking vollständig.

Neugliederung nach Gründung der Volksrepublik China

Im Rahmen der administrativen Neugliederung nach Gründung der Volksrepublik China 1949 wurde Hebei sukzessive durch Gebietsangliederungen vergrößert. 1952 kamen im Norden Gebiete der aufgelösten Provinz Chahar hinzu. 1956 wurde Hebei bei der Auflösung der Provinz Rehe um die Stadt Chengde und acht weitere Kreise vergrößert. Außerdem gewann Hebei weitere Gebiete, u. a die Stadt Shanhaiguan hinzu.

Links

Provinzregierung Hebei

Hebei Wikipedia


Foto: © Thomas Kiefer
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer

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