11. Februar 2026
Die erste Februarhälfte ist auch in Hamburg durch zahlreiche Feierlichkeiten zum chinesischen neuen Jahr und dem beginnenden Frühlingsfest erfüllt. Einer der Höhepunkte ist jedes Jahr der Neujahrsempfang im Yu Garten mit bekannten Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und dem öffentlichen Leben, welche die norddeutschen Chinabeziehungen prägen. Ein Treffpunkt der norddeutschen Chinaakteure, eine Gelegenheit für den zwanglosen Gedankenaustausch. Zu sehen war im Yu Garten auch ein hochkarätiges, abwechslungsreiche Kulturprogramm.
Durch den Abend führte Internetberühmtheit Lilliang Zhang mit ihrer charmanten, geistreichen Moderation, zusammen im kurzweiligen Dialog mit Johann Stooß vom Management des Yu Gartens. „Das Jahr des Feuerpferds steht für eine enorme Dynamik, für Optimismus und Präsenz. Aber es hat auch das Risiko von Übertreibungen. Hierzu kann man Konfuzius zitieren, der sagte: Ein Mann, der die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd. Hoffen wir, dass nicht nur der kanadische Premierminister ein schnelles Pferd hatte. Sondern viele in diesem Jahr mit einem schnellen Pferd unterwegs sein werden“, so Stooß.
„Das Jahr begann bekanntlich turbulent und verspricht, weiter unruhig zu werden. Aber das Feuer kann uns auch wärmen, Begeisterung, Mut schenken um neue Wege zu gehen. Gerade Feuerpferd-Jahre sind oft markante Wendepunkte. Bringen wir uns also aktiv ein in die Gestaltung dieses Feuerpferd-Jahres. 2026 könnt daher zu einem Jahr werden, dass die Weichen neu stellen. Für uns persönlich wie für die Weltgemeinschaft. So soll auch der heutige Abend dazu dienen, ins Gespräch zu kommen, beziehungsweise vorhandene Gesprächsfäden wieder aufzunehmen. Und dabei im regen Gedankenaustausch hoffentlich auf das edle Pferd zu setzen.“ Dem fügte Stooß auch die besten Wünsche für die zahlreichen Gäste an.
Im unterhaltsamen Plauderton ging die Begrüßung weiter. „Weißt du eigentlich, dass heute auch ein besonders Fest ist,“ fragte Lilliang Zhang. „Nämlich das kleine Neujahr in Nordchina. Das bedeutet, dass wir, die Chinesen, heute ganz offiziell die Neujahrszeit beginnen beziehungsweise der Countdown zum Frühlingsfest startet.“
Nach der kurzen Einführung begrüßte der Gastgeber des Abends, Wolfgang Wen, Geschäftsführer des Yu Gartens, die Gäste. Wen kann stolz auf das zurückliegende Jahr blicken und ist zuversichtlich für die Zukunft. „Als wichtige Brücke der Wirtschaftsbeziehungen, des wissenschaftlichen und Kulturaustausch zwischen China und Deutschland hat der Yu Garten im vergangenen Jahr viel zum grundsätzlichen Verständnis beigetragen und zahlreiche und hochrangige Delegationen empfangen. Wir konnten schon den Bürgermeister von Shanghai und viele bekannte Vertreter aus vielen Bereichen hier begrüßen. Persönlichkeiten aus recht unterschiedlichen Bereichen wie Wissenschaft oder Kultur tragen bei uns zu einem intensive Austauschen bei, machen den Yu Garten zu einer Brücke in Hamburg für den deutsch-chinesischen Austausch und bieten den Ort für eine gute Zusammenarbeit. Der Yu Garten ist ein Ort der direkten menschlichen Begegnung,“ sagte Wen.
Er verdeutlichte noch einmal die Modernisierungserfolge und das Wirtschaftswachstum in China vom vergangenen Jahr. Dies gibt auch neue Impulse für die Zusammenarbeit mit China, insbesondere im Bereich der neuen Energie wie der Wasserstoffwirtschaft. China und Deutschland, haben hervorragende grüne Technologien, Kooperationen sind daher von großer Bedeutung für die Entwicklung der neuen Energien in beide Ländern.
"Dieses Jahr steht auch das 40-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai an. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, die Kooperationen auf dieser in langen Jahren gewachsene Basis zum beiderseitigen Nutzen weiter zu intensivieren. Dazu wird auch der Yu Garten einiges beitragen und bereitet sich schon auf viele schöne Veranstaltungen vor", berichtete der Gastgeber des Abends.
Als Ehrengast begrüßte anschließend der chinesische Generalkonsul Lin Dong die Gäste. Lin bedankte sich herzlich beim Yu Garten Hamburg Deutsch-Chinesisches Wirtschafts- und Kulturzentrum, wie sich das Zentrum mit seinem vollem Namen nennt, für die hervorragende Organisation des Frühlingsfest-Empfangs. Auch der Generalkonsul wies darauf hin, dass sich die Welt in unruhigen Zeiten befindet und hofft auf die Kraft des Feuerpferdes, um Unitarismus, Protektionismus, Machtpolitik und Wachstumsschwäche gemeinsam zu überwinden. „China hat auch im vergangenen Jahr ein beindruckendes Wachstum verzeichnet. Davon kann die ganze Welt profitieren. China kann der Welt wertvolle Stabilität und Planungssicherheit geben“, sagte Generalkonsul Lin.
„Pragmatismus ist ein hervorragendes Merkmal der deutsch-chinesischen Beziehungen. Beide Länder unterstützen Multilateralismus und freien Handel. Sie sind gegen Machtmissbrauch, Mobbing und sollten zusammen wichtige Beiträge für den Erhalt des Friedens und eine gute wirtschaftliche Entwicklung leisten.“ Der Generalkonsul hob hervor, dass insbesondere die Kooperationen bei grünen Zukunftstechnologien wichtig und vielversprechend sind. Er hatte dazu in Norddeutschland bereits viele Gespräche geführt und sieht dafür gute Zusammenarbeitsmöglichkeiten zum gegenseitigen Nutzen. „Hamburg und Shanghai, Schleswig-Holstein und Zhejiang feiern dieses Jahr ihre 40-jährige Partnerschaft. Beide Partnerschaften werden neue, erfolgreiche Kapitel ihrer Kooperationen schreiben. Das Deutsch-Chinesische Kulturzentrum leistet dabei einen wichtigen Beitrag für die Freundschaft zwischen China und Deutschland, für die Freundschaft zwischen beiden Völkern", erklärte der Generalkonsul.
Für die Stadt Hamburg begrüßte Frank Schmitt, Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft, die Gäste. Auch Schmitt hob in seiner Ansprache hervor, dass wir die Eigenschaften des Feuerpferdes, Mut, Entschlossenheit und Aufbruch in den bewegten Zeiten besonders brauchen. „Und vielleicht ist es auch kein Zufall, dass die Eigenschaften des Feuerpferdes die Beziehungen zwischen Hamburg und China gut beschreiben. Lebendigkeit, kraftvoll und bereit, Verantwortung zu übernehmen. China ist für Hamburg, dem Tor zur Welt, seit vielen Jahren ein bedeutender und verlässlicher Partner. Unsere Partnerschaft lebt vom Austausch, vom gegenseitigen Zuhören wie vom offenen, konstruktiv kritischen Gespräch über unterschiedlichen Perspektiven. Genau darin liegt ihre Stärke, ,so Schmitt.
„In diesem Jahr feiern wir 40 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg. Vier Jahrzehnte, in denen Vertrauen gewachsen ist und basierend auf Vertrauen eine belastbare, lebendige Zusammenarbeit besteht. Der Yu Garten steht hier in Hamburg sichtbar für diese gewachsene Verbindung. Die Partnerschaft ist weit mehr als ein Vertrag auf dem Papier. Sie lebt von Begegnungen, von gegenseitigem Respekt und aufrichtigen Interesse aneinander.
Im April wird erneut eine Hamburger Delegation nach China reisen. Solche Begegnungen sind wichtig, denn Partnerschaft lebt vom persönlichen direkten Austausch. An die Chinareise unseres Bürgerschaftspräsidiums erinnere ich mich persönlich noch gut und sehr gerne. Besonders an die große Gastfreundschaft und die Offenheit in den Gesprächen, welches Vertrauen wir geschaffen und gemeinsame Projekte weiter vorangebracht haben. Das Shanghai-Hamburg Kolleg ist ein Beispiel für ein Erfolgsmodell im Wissenschaftsbereich. Ein Beispiel von vielen Erfolgen“, berichtete Schmitt.
„Möge das Feuerpferd uns Mut, Entschlossenheit und Zuversicht schenken für die Zusammenarbeit zwischen unseren Städten und die Menschen, die sie verbinden.“ Auch der Bürgerschafts-Vizepräsident wies auf die gegenwärtige, schwierige geopolitische Lage hin. Gerade deswegen braucht es verlässliche Partnerschaften und die Bereitschaft, auch bei unterschiedlichen Interessen im Dialog zu bleiben. Städtepartnerschaften, wie die zwischen Shanghai und Hamburg, leisten dazu einen konkreten Beitrag. Sie schaffen Verständigung auf Augenhöhe, pragmatisch, kontinuierlich und getragen von
dem gemeinsamen Willen, Verantwortung zu übernehmen.
Von der IHK Lübeck stellte Vizepräsident Lars-Henrick Pirck die Bedeutung der wirtschaftlichen Kooperationen heraus. Auch diese fußen auf Vertrauen, auf direkter menschlicher Kooperation. Die Wirtschaftszusammenarbeit sorgt für Wohlstand und Stabilität.
Der Empfang im Yu Garten, das beginnende Jahr des Feuerpferdes, geben Hoffnung in einer turbulenten Welt. Hoffnung auf vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die allen nützt. Eine Perspektive auf weitere Kooperationsprojekte und noch mehr fruchtbaren persönlichen Austausch. Darauf, dass auch die nächsten vierzig Jahre der Partnerschaft mit bunten, nutzbringenden und friedlichem Leben gefüllt sind.
Links
Yu Garten Hamburg
Video. Kindertanzspiel "Das kleine Teehaus"
Video. Medley: "Szenen der Freude aus der Steppe"
Video. Duett: "Lass uns rudern"
Video. "Frohes Frühlingsfest"
Video. "Wenn Tang-Figuren erwachen"
40 Jahre Norddeutsche Chinabeziehungen - Geschichte einer Künstlerfreundschaft
Fotos: © Thomas Kiefer, Ulf Ludzuweit
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
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