Mindestpreise für Elektroautos aus China
EU-Planwirtschaft vernichtet Wohlstand, behindert Innovationen und beschleunigt Klimawandel

16. Januar 2026

Ein wirklich nachhaltige Beilegung des Konflikts um Zusatzzölle auf Elektroautos aus China könnte ein wesentlicher Hebel sein, den durch die Abschottungspolitik des US-Präsidenten Donald Trump ausgelösten weltwirtschaftlichen Turbulenzen etwas entgegenzusetzen.

Abschottung behindert Wachstum.
Abschottung verhindert Innovationen.
Abschottung führt zu höheren Verbrauchspreisen.
Abschottung behindert die Lösung von globalen Zukunftsfragen, wie den Klimawandel.

Zollkonflikt schwelt seit eineinhalb Jahren

Auch wenn die Zeit eilt, zeigen wir leider die EU-Gemächlichkeit. Seit dem 4. Juli 2024 verhängt die EU-Zusatzzölle auf die Einfuhren von Elektroautos aus China. Je nach Hersteller liegen diese zwischen 7,8 und 35,3 Prozent, zusätzlich zum regulären Importzoll von zehn Prozent. Durch den EU-Zollhammer bekamen auch die Abschottungstendenzen der USA zusätzliche Legimitation und Schwung. Zusatzzölle der USA auf deutsche Autos gelten seit dem 3. April 2025 in Höhe von 25 Prozent, aber durch eine Vereinbarung der EU und der USA wurde für EU-Fahrzeuge ein reduzierter Satz von 15 Prozent festgelegt, der rückwirkend ab dem 1. August 2025 gilt, um die ursprünglichen Strafzölle zu ersetzen. Diese 15 Prozent gelten zusätzlich zu den normalen Zöllen und decken Autos sowie Teile ab, wobei für Lkw eigene Regelungen bestehen.


Chinesischer Marktanteil in Deutschland bei 2,5 Prozent, deutscher Marktanteil in China bei 16 Prozent

China würde die EU mit günstigen Elektroautos überschwemmen, warnt Ursula Gertrud, Präsidentin der Europäischen Kommission immer wieder. Doch sind die Importe aus China oft doppelt so teuer wie die gleichen Modelle auf dem chinesischen Markt. Die chinesischen Hersteller sind in Deutschland vertreten, Deutsche Marken haben in China dagegen einen Marktanteil von über 16 Prozent. Bei Elektrofahrzeugen (NEVs) liegt dieser lediglich bei etwa 5 Prozent, wodurch sich der Rückgang von 22,6 Prozent von 2024 zum großen Teil erklären lässt. 

Doch gibt es von dieser geringen Ausgangsbasis gewaltige Steigerungsraten, welche aufhorchen lassen. Leapmotor hat um fast 4.000 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt, Lynk & Co. um mehr als 900 Prozent. Leapmotor im Jahr 2025 in Deutschland jedoch lediglich 7280 Fahrzeuge verkauft, Lynk & Co. gerade einmal 703. Etwas anders sieht es bei BYD aus: Der Hersteller kann einen Anstieg um rund 700 Prozent vorweisen und belegt mit 23.306 abgesetzten Autos unter den China-Herstellern in Deutschland den zweiten Platz. Spitzenreiter hierzulande ist MG Roewe mit 26.479 Neuzulassungen, was einem Anstieg um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Weg, um in Deutschland unter die Top-Ten der meistverkauften Autos zu kommen, ist noch weit.

EU-Gemächlichkeit und Blaupause für US-Zölle

Die EU brauchte für eine vorläufige und noch recht unklare Vereinbarung mit China deutlich länger. Nach einundeinhalb Jahren legte die EU am 12. Januar 2026 eine Vereinbarung vor, die Mindestpreise festlegen soll. Ab wann die Mindestpreise die Zölle ersetzen sollen, geht aus dieser nicht hervor. Auch nicht, wie diese konkret umgesetzt werden und welche weitere Kriterien zu erfüllen sind ist unklar.

Das "Handelsblatt" hatte bereits im April vergangenen Jahres über eine vertrauliche Vereinbarung zwischen EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und Chinas Handelsminister Wang Wentao berichtet, den Streit über die E-Autos mit einer Vereinbarung über Mindestpreise beizulegen. Die EU-Kommission stellte nun nach vielen Monaten allgemeine Vorgaben für sogenannte Preisverpflichtungen vor, die chinesische Exporteure von batterieelektrischen Fahrzeugen einreichen können. Diese seien dazu geeignet, die schädlichen Auswirkungen staatlicher Subventionen durch China auszugleichen und eine Wirkung zu entfalten, die den geltenden Zöllen entspricht, heißt es in dem auf der Website der Kommission veröffentlichten Dokument.

In einem Gespräch mit Reportern am 12. Januar spielte Kommissionssprecher Olof Gill die Bedeutung dieser Maßnahme herunter. „Lasst uns alle etwas Ruhe bewahren“, sagte Gill und fügte hinzu, dass die Entscheidung nicht bedeute, dass die EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge letztendlich abgeschafft würden. „Es handelt sich zum jetzigen Zeitpunkt lediglich um eine Leitlinie, mehr nicht.“

Wie die Maßnahmen, beispielsweise die Wertung von chinesischen Unternehmen mit Investitionsabsichten in Europa, zu werten sind, bleibt unklar. Es ist zu erwarten, dass die EU versucht, keine einheitliche Regeln anzuwenden, sondern Unternehmen gegeneinander auszuspielen. Das würde dem Geist der WTO widersprechen. Hinzu kommt, dass gegenüber chinesischen Investitionen in manchen EU-Ländern durchaus keine Willkommenskultur besteht.

Lex Volkswagen?

Anders ist dabei die Situation westlicher Konzerne, die zwar oft in China mehr produzieren und auch mehr verkaufen als in der EU und jetzt verstärkt Elektroautos aus chinesischer Produktion in Europa verkaufen möchten. Diese haben ja in Europa bereits investiert und produzieren seit Langem vor Ort. Es scheint, dass diese jetzt einen bevorzugten Marktzugang erhalten sollen und die EU dies gerne ist einem Scheinmantel von freihandelskonformen Bestimmungen hüllen möchte.

Die Europäische Kommission prüft bereits seit vergangenem Jahr einen Antrag von Volkswagen, eine Änderung des Zusatzzolls auf Elektroauto-Importe der spanischen Konzerntochter Seat aus China. Von VW sei der Vorschlag gekommen, den seit November 2024 erhobenen Zusatzzoll von 20,7 Prozent durch einen Mindestimportpreis zu ersetzen, ging Anfang Dezember aus dem Amtsblatt der Europäischen Union hervor. Dabei geht es um das in China gefertigte Elektro-SUV Tavascan. Seat hatte den Zoll, der zusätzlich zum Basiszoll von zehn Prozent fällig ist, als existenzielle Bedrohung für die Marke bezeichnet. Der spanische Autobauer erklärte, das Verpflichtungsangebot sehe neben dem Mindestpreis auch eine jährliche Importquote vor. Seat ergänzte, es könne einige Monate dauern bis zur Entscheidung der EU. Bis dahin wolle das Unternehmen den Zusatzzoll weiter nicht an die Kunden weitergeben. Doch ob Zusatzzölle oder Mindestpreise: Die in China von europäischen Herstellern gebauten Fahrzeuge dürften weiterhin in etwa doppelt so teuer wie in China sein.

Elektroautos aus China bereits jetzt oft doppelt so teuer wie in China

Preisdumping von chinesischen Autoherstellern ist nach Ansicht von Experten absehbar gar keine Gefahr für die heimische Konkurrenz. Die chinesischen Hersteller agierten im europäischen Markt überhaupt nicht mit Dumpingpreisen, erklärte der Leiter des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR), Ferdinand Dudenhöffer. Vielmehr böten sie ihre Modelle hierzulande mehr als doppelt so teuer an wie auf dem Heimatmarkt.

Laut CAR verkaufen die chinesischen Hersteller bereits jetzt ihre Modelle in der EU mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 118 Prozent auf den Heimatpreis. Die 13 untersuchten Modelle würden in China im Schnitt für einen Nettopreis von 14.936 Euro angeboten, während sie in Europa 32.573 plus Mehrwertsteuer kosten sollen. "Beim aktuellen Preisniveau in Europa dürfte es für die chinesischen Hersteller noch deutliche Spielräume für Preissenkungen geben", folgert Dudenhöffer.
Aus seiner Sicht versuchten Hersteller wie BYD, MG oder Great Wall, in Europa technologisch Aufmerksamkeit zu erregen, etwa mit großen Reichweiten und praktischen Kleinwagen. Dumping stehe nicht auf dem Programm: "Hohe Werbe- und Vertriebskosten erlauben bei den kleinen Verkaufszahlen derzeit keinen Preiskrieg."

Nicht nur die Marktwirtschaft wird ausgehebelt

Mindestpreise machen E-Auto-Wettbewerb zunichte – kaum, dass er angelaufen ist. Statt fallender Preise durch Wettbewerb, der die E-Mobilität für eine breitere Masse erschwinglich machen könnte, haben sich die EU-Kommission und China auf eine Regelung geeinigt, die genau das verhindert, so die "FAZ". 

Statt Autokäufer in der EU zu entlasten, steigt die Marge bei chinesischen Herstellern, die hierzulande verkaufen. Es ist eine Vereinbarung, die in erster Linie die Bilanzen von Konzernen, die in China produzieren, schützt, und zwar durch eine staatlich garantierte Gewinnsteigerung. Andererseits schützt sie VW und andere europäische Konzernen, weil sie keine technisch überlegene, preiswerte Konkurrenz aus China fürchten müssen.

Die Interessen der europäischen Verbraucher bleiben dabei außen vor. Das ist besonders bitter, da 2025 ein Comeback für E-Autos gebracht hat und das Kundeninteresse wieder gestiegen ist. Aktuell locken mehrere Hersteller in Deutschland mit satten Rabatten. Solche Anreize dürften schon bald wieder verschwinden. 

Der Hintergrund dieser Entscheidung ist ein politisches Tauziehen. Die EU hatte die Strafzölle 2024 eingeführt, nachdem sie staatliche Subventionen seitens China untersucht hatte. Je nach Hersteller wurden auf in der EU verkaufte Modelle zwischen 7,8 und satten 35,3 Prozent Zollaufschlag fällig – zusätzlich zu allgemeinen Einfuhrzöllen in Höhe von 10 Prozent. All das fällt weg, solange die Mindestpreise eingehalten werden. Dies sei ein fauler Kompromiss auf Kosten der Kunden, so "giga.de".

Günstige E-Autos bleiben Zukunftsmusik, Diese Einigung sendet ein fatales Signal. Der Anreiz für chinesische Marken, mit eigenen Fabriken und Arbeitsplätzen nach Europa zu kommen, dürfte nun deutlich sinken. Warum den mühsamen Weg gehen, wenn man auch so garantierte Gewinne aus dem Export erzielen kann? Gleichzeitig fallen die Zolleinnahmen weg, die Preise für Kunden in Europa bleiben hoch.

So bleibt auch die E-Mobilität ein teures Vergnügen, und der Wunsch nach bezahlbaren Alternativen wird von der Politik bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Zwar hat man sich geeinigt, angesichts der weltpolitischen Lage ein Schritt in die richtige Richtung – nur eben nicht im Sinne derer, die ein Auto kaufen wollen, so "giga.de".

China lobt die Vereinbarung

Lange Zeit stellte sich die chinesische Seite gegen solche Einzelfallregelungen, die viele bürokratische Untersuchungen nach sich ziehen und einheitliche Kriterien im Sinne freier Handelsbeziehungen behindern. Doch durch die immer weiter zunehmenden weltwirtschaftlichen Turbulenzen ging sie auf die EU zu, um zumindest einen Teil der internationalen Wirtschaftszusammenarbeit zu retten. "Die Verhandlungen zwischen China und der Europäischen Union im Zusammenhang mit dem Verfahren zu chinesischen Elektrofahrzeugen haben positive Ergebnisse erzielt. Die bisherigen hohen Anti-Subventionszölle auf aus China importierte E-Autos werden künftig durch ein Preisverpflichtungssystem ersetzt. Branchenexperten sehen darin nicht nur ein Zeichen des konstruktiven Dialogs, sondern auch ein wichtiges Signal an die internationale Gemeinschaft, dass beide Seiten ihre Zusammenarbeit in der Automobilindustrie weiter vertiefen und eine Win-Win-Entwicklung anstreben", so Radio China International.

Die erzielten Fortschritte „spiegeln den Geist des Dialogs“ zwischen China und der EU wider, lobte das chinesische Handelsministerium. Das trage nicht nur zur gesunden Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Verhandlungspartnern bei, sondern auch zur Sicherung der regelbasierten internationalen Handelsordnung, hieß es. Beobachter deuten diese Aussage als Seitenhieb auf die US-Regierung und die von ihr geführten Handelskonflikte.
Die Chinesische Handelskammer in der EU wertete den Schritt als positives Signal und sprach von einer „sanften Landung“ im Streit um die E-Auto-Zölle. Die Maßnahme könne das Vertrauen am Markt stärken und für mehr Stabilität und Planbarkeit für chinesische Hersteller und Zulieferer in Europa sorgen, erklärte der Verband auf der Plattform X.

Es ist jedoch zu befürchten, dass wirklich funktionierende, nachhaltige Lösungen auf sich warten lassen. Damit wäre eine große Chance vertan, den internationalen Organisationen, welche über Jahrzehnte der Welt Wachstum und mehr Wohlstand schufen, neuen Schwung zu geben.

Verbraucher in Europa verlieren weiter Vertrauen in die Politik

Interessant sind die zahllosen Kommentare zu den vielen Zeitungsmeldungen zu den EU-Vereinbarungen. Hier wird die EU-Politik meist herbe kritisiert. Zum einen wird bemängelt, dass preiswerte Elektroautos in Europa kaum zu bekommen sind und die Vereinbarung die Verbraucherpreise unnötig erhöhe. Zum andern steht auch die europäische Umweltpolitik in der Kritik, da durch diese Beschränkungen der Umstieg in einen CO2-freien Autoverkehr behindert wird. Für viele ist auch nicht nachvollziehbar, warum die EU auf Zolleinnahmen verzichtet und chinesischen Autobauern einen Zusatzgewinn staatlich verordnet.

Bei manchen Kommentaren ist eine politische Resignation und der Eindruck des Versagens unseres politischen Systems herauszulesen. Unsere Demokratie, die Errungenschaften eines geeinten Europas waren wahrscheinlich noch nie so gefährdet wie zurzeit. Wir brauchen einen Aufbruch, wir brauchen günstige Elektroautos, günstige grüne Energie. Wir brauchen Arbeitsplätze und schnelleren technologischen Fortschritt. Dies ist am ehesten in internationaler Zusammenarbeit zu erreichen.

Nicht teuer, sondern preiswert und kooperativ

Während Bundeskanzler Friedrich März Indien besuchte und damit eher eine Gegenoffensive zu China symbolisierte, hat Kanadas Premierminister Mark Carney in China verkündet, dass er mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping eine Vereinbarung getroffen hat, wonach Zehntausende chinesischer E-Fahrzeuge zu einem stark vergünstigten Zollsatz nach Kanada eingeführt werden dürfen – im Gegenzug für Zollsenkungen auf andere Waren. Kanada wird den Import von bis zu 49.000 chinesischen Elektrofahrzeugen zu einem Zollsatz von 6,1 Prozent auf den heimischen Markt zulassen. Diese Menge entspricht dem Volumen im Jahr vor den jüngsten Handelskonflikten um diese Importe. Dabei soll es vor allem um preiswerte Modelle gehen. „Mit diesem Abkommen wird erwartet, dass in fünf Jahren mehr als 50 % dieser Fahrzeuge erschwingliche Elektrofahrzeuge mit einem Importpreis von unter 35.000 CAD sein werden, wodurch neue, kostengünstigere Optionen für kanadische Verbraucher entstehen“, heißt es in der Mitteilung des Premierministers. 35.000 kanadische Dollar entsprechen derzeit umgerechnet etwa 21.700 Euro.

Der Import der Fahrzeuge soll also weitere Investitionen in Kanada nach sich ziehen, nicht nur rund um den Verkauf und die Wartung der Importautos, sondern aufgrund des Verweises auf die kanadische Lieferkette für Elektrofahrzeuge auch um die Produktion bzw. Rohstoffgeschäfte.

Kanada möchte damit der Abschottungspolitik der USA etwas entgegensetzen. In einer zunehmend gespaltenen und unsicheren Welt baut Kanada eine stärkere, unabhängigere und widerstandsfähigere Wirtschaft auf, teilt das Büro des kanadischen Premiers anlässlich dessen Staatsbesuchs in Peking mit. „Zu diesem Zweck arbeitet die neue kanadische Regierung mit Nachdruck und Entschlossenheit daran, unsere Handelspartnerschaften zu diversifizieren und massive neue Investitionen anzustoßen. Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bietet China Kanada dabei enorme Chancen.“

Für die europäische Politik sollte es weniger darum gehen, mit einzelnen Ländern Vereinbarungen zu treffen. Die EU, Kanada, Lateinamerika, Indien, China Japan, die Asean-Länder und weitere Länder haben großes Interesse an der Sicherung des Freihandels. 

Interessenpartnerschaften suchen

Die Zeit drängt. Einen neuen Speed kann Europa mit China erreichen, wenn Interessenpartnerschaften mit chinesischen Herstellern gesucht werden. Bislang scheint die EU einseitige Bewertungskriterien festzulegen. Die Zusatzzölle und die Abschottung werden hauptsächlich damit begründet, dass chinesische Elektroautos durch staatliche Subventionen zwanzig Prozent günstiger als in Europa produzierte Elektroautos seien. Nach Analysen von Branchenexperten ist dies Unsinn, der auch durch gebetsmühlenartiges Wiederholen nicht zu einer Wahrheit wird. China macht einfach eine funktionierende Industriepolitik. Europa nicht.

Wenn gesehen wird, wie hoch die Subventionen sind, müsste das pro produziertes Fahrzeug, pro produzierte Batterie berechnet werden. Dabei würde sich zeigen, dass diese in Europa viel höher sind als in China, besonders bei Batterien. Doch hier in Europa verpuffen Milliarden. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat am 15 Januar festgestellt, dass das ehemalige Batterie-Vorzeigeprojekt in Heide, das Hunderte Millionen Euro Subventionen verschlang, das ehemalige Northvolt-Gelände, nur noch ein Drittel des veranschlagten Kaufpreises wert sei. Ein weiterer Meilenstein in einem traurigen Industriedrama.

China ist dreimal die EU

Von der Zahl der Einwohner ist China mehr als dreimal so groß wie die EU. Die Produktion und der Absatz von Automobilen in China haben im vergangenen 2025 neue Rekordhöhen erreicht. Die beiden Zahlen überstiegen im vergangenen Jahr jeweils 34 Millionen Einheiten und liegen damit 17 Jahre in Folge an der Weltspitze. Auch die Branche der Elektrofahrzeuge beschleunigt ihr Wachstum. Die Produktion und der Absatz beliefen sich auf 16,626 Millionen bzw. 16,49 Millionen Einheiten – ein Anstieg von 29 Prozent bzw. 28,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit behauptete China zum elften Mal in Folge die weltweite Spitzenposition im NEV-Sektor.

Deutschlands Exportanteil an der Produktion viel höher als der von China

Der deutsche Automarkt 2025 zeigte eine Erholung mit leichten Zuwächsen bei den Neuzulassungen (ca. 2,86 Mio. Pkw) und der Produktion (über 4 Mio. Pkw insgesamt). Hier ist zu sehen: Chinas Automarkt ist noch in etwa ausgeglichen. Deutschland dagegen überschwemmt seine Nachbarländer mit Fahrzeugen, könnte man sagen. Deutschland hat einen sehr hohen Exportanteil am BIP (ca. 42 % in 2024). Der Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von China lag 2024 bei rund 20 Prozent. Dabei ist das eigentliche Problem zu sehen: Deutschlands exportorientiertes Modell ist am Ende. Dafür müssen möglichst mit China Lösungen gefunden werden.

Auch wenn Produktion und Markt für Autos in China noch in etwa ausgeglichen ist, zeigen die Exporte gewaltige Steigerungsraten. Etwa 2,615 Millionen mit neuen Energien angetriebene Fahrzeuge wurden von dort vergangenes Jahr exportiert, was einem Wachstum von etwa 100 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Der chinesischen Regierung ist bewusst, dass sie nicht die gleichen Exportraten wie vormals Deutschland erreichen kann. Märkte würden dadurch kollabieren. Die chinesischen Hersteller möchten jedoch, wie jedes marktorientiertes Unternehmen der Welt, möglichst viel absetzen.

Produktion vor Ort

Die Lösung lautet: offene Märkte für Investitionen und eine Willkommenskultur für Hightech-Ansiedlungen von chinesischen Technologieführern. Damit kommen ohne hohn Subventionen Zukunftstechnologien nach Europa. Damit sorgt der marktwirtschaftliche Wettbewerb für günstige Preise. Damit lassen sich die Zukunftsprobleme der Welt partnerschaftlich lösen. Das gelingt nicht durch bürokratischen Zwang der EU. Dies gelingt durch einen partnerschaftlichen Dialog und der Schaffung von Win-win-Szenarien.

Links

Ein Rückblick auf ein Jahr des Wandels in der chinesischen Automobilindustrie

Automobilindustrie: Experte: Mindestpreise für E-Autos aus China bringen nichts

ZDK: EU-Mindestpreise für China-Elektroautos „nicht der Weisheit letzter Schluss“

Günstige E-Autos, von wegen! Die EU hat gerade hohe Kaufpreise besiegelt

Experten: Positive Ergebnisse nach China-EU-Konsultationen zum E-Auto-Export

Mindestpreis statt China-Strafzoll - EU prüft VW-Antrag dazu

Kanada schließt E-Auto-Deal mit China

Überrollen die chinesischen Hersteller den deutschen Automarkt? Was die Zahlen sagen

Chinas Autoproduktion und -verkäufe erreichen 2025 neue Höchststände und schaffen ein globales Win-Win-Ökosystem


Foto: © Thomas Kiefer
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer

Mobirise
Mobirise

Drag & Drop Website Builder