Volkswagen-Chef Oliver Blume
In China für China -
Von Chinas Industrieplänen lernen

1. April 2026

Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Oliver Blume, beschreibt China als „Ausbildungszentrum“ für die Automobilindustrie und betonte, dass der Erfolg in China die ultimative Blaupause für den Erfolg weltweit sei, berichtet die chinesische Agentur CRI. China sei der wichtigster Markt für Volkswagen. Dort setze VW eine neue Strategie „In China für China“ um. „Im vergangenen Jahr haben wir 30 Prozent unseres Gesamtumsatzes in China erzielt. Wir setzen alles daran, unsere neue Strategie in China umzusetzen und China zu dienen. China öffnet den Markt kontinuierlich und strebt auch Kooperationen mit internationalen Autoproduzenten (OEMs) an. Wer in China erfolgreich ist, ist auch weltweit erfolgreich. China ist ein wichtiges Ausbildungszentrum, insbesondere für die Automobilindustrie,“ sagte Blume auf dem China Development Forum 2026 in Beijing.

Volkswagen muss seine Strategien stets den Veränderungen im globalen Handelsumfeld anpassen. „Wir konzentrieren uns zudem auf unser Zielbild für 2030. Wir blicken auf eine umfassende Restrukturierung zurück, die wir in den vergangenen drei Jahren vorgenommen haben. Die Welt hat sich global in den letzten drei Jahren hinsichtlich der Handelsbarrieren verändert. Wir haben Märkte gewechselt. Daher müssen wir unsere Strategie anpassen, stärker ‚lokal für lokal‘ denken, während wir gleichzeitig die Synergie- und Skalierungsmöglichkeiten der Volkswagen Group nutzen", so Blume.

Mit Verweis auf das Volkswagen-Werk in Hefei in der ostchinesischen Provinz Anhui erklärte Blume, dass das im November 2025 fertiggestellte Werk Volkswagens erste und größte integrierte Forschungs- und Entwicklungsstätte außerhalb Deutschlands ist und über umfassende Kapazitäten zur Fahrzeugentwicklung und -validierung verfügt.

„In China war es notwendig, stärker auf lokale Lösungen zu setzen. Deshalb haben wir unser zweitgrößtes Entwicklungszentrum außerhalb Deutschlands in der chinesischen Provinz Anhui errichtet. Daran haben wir in den letzten zwei bis drei Jahren hart gearbeitet. Und jetzt freuen wir uns über ein hochfunktionales Entwicklungszentrum. Dort arbeiten 3000 Ingenieure und Softwareexperten an unserer neuen Generation von Software- und Hardwareplattformen sowie an neuen Produkten. All dies, kombiniert mit autonomem Fahren, wird nun auch im Segment der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in China eingesetzt“, erklärte Blume.

Von Chinas Industrieplänen lernen

Wenige deutsche Experten dürften die Chinesische Autobranche so gut kennen und solch exzellente Beziehungen in China haben, wie der VW-Chef. Dr. Oliver Blume promovierte an der renommierten Shanghaier Tongji-Universität bei Prof. Wan Gang, der als der Schöpfer von Chinas smarter emissionsfreien Automobilstrategie gilt. Und Wan Gang kennt den VW-Konzern. Über zehn Jahre arbeitete er bei Audi, bevor er von der chinesischen Regierung abgeworben wurde. Beide verbindet die Neugier voneinander zu lernen.

Blume, sieht in der staatlich gelenkten marktorientierten Planwirtschaft in Chinas ein Vorbild für Deutschland. "Die Chinesen gehen sehr planerisch vor mit sogenannten Fünfjahresplänen und haben dort auch klare Prioritäten", ⁠sagte er der Zeitung Bild am Sonntag. "Das ist optimal durchstrukturiert. Und was wir ⁠in China sehr positiv erleben, ist eine hohe Disziplin und Leistungsbereitschaft, die Themen umzusetzen."

Blume warb dafür, sich stärker mit dem chinesischen Wirtschaftsmodell auseinanderzusetzen. Es lohne der Blick über den eigenen Gartenzaun. "Zu schauen, wie es andere Länder machen, und in China können wir dort auch einiges lernen, wie das Land sich entwickelt hat", sagte Blume.

Das chinesische Wirtschaftsmodell unterscheidet sich grundlegend von der marktwirtschaftlichen Ordnung westlicher Industriestaaten. Wirtschaftliche Erfolge Chinas basieren unter anderem auf einer engen Verzahnung von Privatwirtschaft und Staatsführung. Eine zentrale Steuerung ermöglicht eine schnelle Mobilisierung von Kapital und Ressourcen für strategische Großprojekte sowie langfristige Strategien. Um dies Modell zu verstehen sollten ideologische Schranken abgelegt werden. Im Westen wird diese staatliche Planung oft mit der Planwirtschaft der vormals sozialistischen osteuropäischen Länder verglichen. Doch damit haben die chinesischen Konzepte wenig zu tun. Sie ähneln vielmehr den japanischen und südkoreanischen Industrieplänen. Man könnte von einer „konfuzianistischen Planwirtschaft“ sprechen.

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Oliver Blume: China ist „Ausbildungszentrum“ für Automobilindustrie

Volkswagen-Chef sieht chinesische Planwirtschaft als Vorbild

„Hohe Disziplin und Leistungsbereitschaft“ – VW-Chef lobt chinesische Planwirtschaft

VW-Chef Blume lobt chinesische Planwirtschaft

"Können einiges lernen". VW-Chef: Chinesische Planwirtschaft als Vorbild

Foto: Volkswagen AG
ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer

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